Langsame Zersetzung der Gymnasien

Rot-Grüne Pläne bedrohen auch das Roswitha-Gymnasium

Die FDP Bad Gandersheim übt deutliche Kritik an den geplanten Änderungen des niedersächsischen Schulgesetzes.

Der Ortsverbandsvorsitzende Torge Gipp erklärt hierzu: „Der vorgelegte Gesetzentwurf gefährdet vor allem Gymnasien im ländlichen Raum, ganz besonders auch unser Roswitha-Gymnasium. Ziel der rot-grünen Landesregierung ist das Ende von Leistungsstandards, der Einheitslehrer und am Ende die Einheitsschule für alle.“

So solle die Integrierte Gesamtschule ersetzende Schulform werden. Ein Gymnasium müsse nach den vorgelegten Plänen nur noch in „zumutbarer“ Entfernung verfügbar sein. Mit „zumutbar“ meine die rot-grüne Landesregierung einen einfachen Schulweg von 60 Minuten.

Das Drehbuch nach dem die Landesregierung versuche Schulen wie das Roswitha-Gymnasium abzuwickeln sei allzu durchsichtig: „Zuerst wird in Bad Gandersheim die Oberschule in eine IGS umgewandelt. Dann wird versucht die Entscheidungsfindung der Eltern gezielt in die gewünschte Richtung zu lenken: Ohne Schulnoten und ohne Schullaufbahnempfehlung am Ende der Grundschulzeit – wie sollen Eltern entscheiden, welche Schule die beste für ihr Kind ist? Auf diese Weise werden Eltern geradezu genötigt die IGS zu wählen. Anschließend kann das Roswitha-Gymnasium dann – unter dem Hinweis auf knappe Kassen, die demografische Entwicklung und den hohen Zulauf zur IGS – ohne großen Widerstand geschlossen werden“, erklärt Gipp.

Statt jeden Schüler individuell, seinem persönlichen Leistungsvermögen entsprechend fördern zu können, bleibe am Ende in Bad Gandersheim dann die Gesamtschule als Einheitsschule für alle, mit Glück noch ein zentrales Kreisgymnasium in Northeim.

„Gleichzeitig wird durch die Abschaffung der Gymnasiallehrerausbildung, des Sitzenbleibens und der Möglichkeit überforderte Schüler vom Gymnasium an andere Schulformen zu überweisen die Qualität des Gymnasiums ausgehöhlt. Auf diese Weise werden wir uns PISA-Schlußlicht Bremen nähern, statt dafür zu sorgen, dass unsere Kinder mit der bestmöglichen Bildung in Studium oder Ausbildung starten.“ so Gipp.

Bad Gandersheims Schullandschaft ist wichtiger Standortfaktor

Neben der bildungspolitischen Dimension sabotiere so eine Perspektive aber auch die Stadtentwicklung. Mit allen Schulformen in einem Ort hätte Bad Gandersheim einen echten Standortvorteil, der durch die geplante Gesetzesänderung auf dem Spiel stehe.